Die RAUPE, die nicht FLIEGEN wollte

Bild1qqVon Curtis Peter Van Gorder
Winston war gerade aus seinem Ei geschlüpft – eine neue haarige Raupe geboren in eine gefährliche neue Welt. Aber Winston war klug. Er würde überleben, sogar bestens gedei-hen. Winston hatte nämlich einen immensen Appetit und wuchs rasend schnell.
Ab und zu unterbrach Winston sein unaufhörliches Mamp-fen, um sich ein wenig umzuschauen. Über dem Gebüsch, in dem er lebte, erstreckte sich ein weiter blauer Himmel, unter ihm nur Erde. Er hatte keine Vorstellung, wo er hergekom-men war. Er vermutete, er wäre einfach durch Zufall ent-standen. Oder er hätte sich selbst erschaffen
Manchmal meinte er, schattenhafte Figuren vorbeihuschen zu sehen, aber er tat sie als freie Erfindung seiner Phantasie ab. Sie gehörten eindeutig nicht zu seiner kleinen Welt im Gebüsch.
Eines Tages ließ sich aber eines dieser Schattenwesen genau neben ihm nieder. Erschrocken schaute Winston von seinem Mampfen auf. „Wer bist Du?” platzte er heraus.
„Erkennst du deinesgleichen nicht? Ich bin ein Schmetter-ling, so wie du auch mal einer werden wirst. Du wirst dieses kleine Gebüsch hinter dir lassen, mit dem Wind dahin gleiten und die Welt sehen, wie sie wirklich ist.”
„Ich? Ein Schmetterling? Pah!”, protestierte Winston. „Ich bin eine Raupe. Punkt. Wenn du mich jetzt entschuldigen würdest…”
„Es funktioniert nun mal so”, versuchte der Schmetterling geduldig zu erklären. „Erst spinnst du einen Kokon um dich herum. Dann legst du dich für ein paar Wochen schlafen. Dann wachst Du auf, weil es dich überall kribbelt. Das sind die Säfte, die in deine Flügel fließen, die dir wuchsen, wäh-rend du schliefst. Du wackelst mit deinen Füßen und ent-deckst, dass du statt der Dutzend vorher, nur noch sechs besitzt – dafür sind sie viel länger! Dann fängst du an, Platz-angst in deinem Kokon zu bekommen – richtig panisch – und du schaffst dir einen Weg hinaus. Dann testest du deine neue Gestalt, schlägst ein paar Mal mit den Flügeln und schon kannst du dich in die Lüfte erheben.”
„Unsinn!” erwiderte Winston. „Hältst du mich für einen Idio-ten? Ich bin eine Raupe!”
Der Schmetterling versuchte noch mit verschiedenen Ar-gumenten ihn zu überzeugen, aber gab schließlich auf. „Tu was du willst”, sagte er traurig, bevor er davon flog.
Jedes Mal, wenn Winston an den folgenden Tagen an den Schmetterling dachte, musste er grinsen, und sagte sich jedes Mal ein bisschen mehr überzeugt: „Unsinn!!”
Dann eines Tages, meinte Winston ein Flüstern zu ver-nehmen. „Spinne einen Kokon.” Die Stimme kam von innen heraus, aber es war nicht seine. „So was Verrücktes!“, dach-te er, und ging mit einem Schulterzucken darüber hinweg.
Und das führt uns schon zu dem traurigen Ende der Ge-schichte. Der Winter kam, die Blätter, die Winston so sehr liebte, verwelkten, starben ab und flatterten zu Boden, und bald folgte ihnen der arme Winston nach.
Kommt dir das bekannt vor? Einige Menschen sind wie Winston – so todsicher überzeugt, dass ihre Wahrnehmung des Lebens die einzig Richtige ist, dass sie das wirklich Wichtige verpassen.

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The Caterpillar Who Didn’t Want to Become a Butterfly

by Peter van Gorder

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Winston had just hatched from his egg — A new hairy caterpillar born into a new hairy world. He grew quickly as he had a voracious appetite. In fact, he had only one goal in life — to eat as many leaves in as short a time as possible.

Sometimes Winston would momentarily cease from his incessant munching to look up at the world around him. Above the tree, on which he lived, was the sky, below the dirt. He never saw his parents and he didn’t know where he had come from so he began to think that he had evolved by chance or perhaps he had even created himself. But he didn’t think about these things for too long before he was back to munching.

Sometimes, he saw some shadowy shapes flitting about, but he dismissed them as figments of his imagination, as they were not of his earthbound world.

Then to his surprise, one day a butterfly alighted next to him. Winston looked up from his munching for a minute. “Who are you?”

“Don’t you recognize your own kind? I’m a butterfly. And so will you be. One day you will fly in the wind and visit flowers to eat their pollen.”

“Pollen? I only eat leaves. Eating leaves is all I know and all I want to know.

Me? A butterfly? Nah, I’m a caterpillar – period. Now excuse me, I have to get back to my munching.”

The butterfly patiently tried to explain, “It works like this: First you spin the cocoon, then you wait for some weeks, then you wake up one day hatching out of it. Blood starts to flow through your wings and soon you are airborne.”

“Sounds like a fairy tale to me. Like frog turns to prince by kissing a maiden.”

“Ok, doubter, have it your way. I’m outta here,” the butterfly said as he flew off.

Winston returned to his munching. Even though a voice inside him told him to build that cocoon, he shrugged it off.

I’m too busy making a living munching to build a cocoon. He thought to himself.

The sad ending of the story is that Winston froze to death during the winter. The leaves that he loved to munch so much had withered and fluttered to the ground and Winston soon joined them.

Does this parable sound familiar? Some people are like Winston — so busy trying to make a living that they don’t take time to prepare for their eternal future.

How sad when some refuse Jesus’ gift of eternal life. The realities of the Sprit World are far greater than the amazing metamorphosis of the butterfly.

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