Verlassene Telefonzellen  

 

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Von Curtis Peter van Gorder-

Eine Stadt, in der ich früher einmal lebte, ist übersät mit verlassenen Telefonzellen. Veraltet und herrenlos, still und leer stehen sie da, gespenstische Erinnerungen an ihre frühere Zweckmäßigkeit. Jetzt nehmen sie nur noch den Platz auf dem Bürgersteig weg. Sie nutzen keinem mehr etwas, außer einigen Spinnen, die in entlegenen Ecken emsig ihre Netze spinnen. Vor zehn oder zwanzig Jahren waren diese Kabinen lebenswichtige Kommunikationsmittel. Schon lange ersetzt durch Handys – mittlerweile bequemer und tauglicher – sind diese Relikte der Mühe nicht mehr wert, weder sie zu erhalten, geschweige denn abzureißen. Der Gedanke an all die ausgedienten Fernsprecher stimmte mich traurig. Es erinnert mich an die vielen Menschen, die irgendwie noch in der Vergangenheit stecken, weil sie sich dem Neuen einfach nicht öffnen können oder wollen. Und das kann jedem von uns so ergehen. Wenn wir uns zu sehr auf die Vergangenheit, anstatt auf die Gegenwart und die Zukunft konzentrieren, verlieren wir den Bezug zur Welt um uns herum und verpassen den Anschluss. Diese Welt befindet sich im ständigen Wandel. Wir müssen bereit sein, uns mit ihr zu verändern, neue Fertigkeiten zu erlernen und darum bemüht sein, kontinuierlich Fortschritte zu machen. Das trifft auf unsere physischen, sowie auf unsere spirituellen Lebensbereiche zu.

Für mich war das vergangene Jahr randvoll mit neuen Lernerfahrungen. Ich zog vom Nahen Osten nach Indien und startete eine neue Karriere – und mit Sicherheit war dies mit großen Herausforderungen verbunden. Veränderungen dieser Art sind oft nicht einfach, aber ich musste mich an meine neue Umgebung und Situation anpassen und machte während dieses Prozesses unschätzbare Erfahrungen.

Der menschlichen Natur scheint es am besten zu liegen, möglichst alles beim Alten belassen zu wollen. Aber die Art und Weise, wie wir die Probleme von gestern lösten, ist oftmals nicht die beste Methode für die Anforderungen von heute. Ob wir uns den Veränderungen dieser Zeit anpassen wollen oder nicht, was gestern noch als bahnbrechend galt, gibt heute einfach nichts mehr her. Wenn man sich nur die Innovationen vergangener Jahre in der Computerindustrie vergegenwärtigt, wird einem schnell klar, wie rapide sich alles verändert hat. Kürzlich schaute ich mir frühere Ausgaben eines bekannten Elektronikmagazins an und konnte mir ein Lächeln nicht verkneifen. Produkte, die damals als „innovativ” gefeiert wurden, sind heute völlig überholt und total veraltet.

Wie das deutsche Sprichwort schon sagt: „Das Rad der Zeit lässt sich nicht aufhalten.“ Wir sollten deshalb besser mit der Zeit gehen.

Curtis Peter van Gorder ist Drehbuchautor und Animateur

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